Friedensbildung- und Friedenspädagogik

Das Pfarramt für Friedensarbeit vernetzt sich mit anderen Akteuren in und außerhalb der Landeskirche, um die Friedensbildung vor allem in den Schulen Baden-Württembergs zu stärken. Die Unterzeichner der gemeinsamen Erklärung zur Stärkung der Friedensbildung an Baden-Württembergischen Schulen haben sich zu einem Netzwerk Friedensbildung Baden-Württemberg zusammengeschlossen. Auch nach der Anhörungsphase in Bezug auf die neuen Bildungspläne wird um die richtige Begrifflichkeit in den Leitzielen gerungen. Der in den Entwürfen enthaltene Begriff FRIEDENSSICHERUNG ist aus pazifistischer Sicht problematisch, weil er vor allem in militärischen Bereichen verwendet wird. Eventuell kann er ersetzt oder ergänzt werden durch FRIEDENSSTRATEGIEN. Entscheident wird in Zukunft sein, dass im Rahmen des Beutelsbacher Konsenses keine einseitige Indoktrination und Einflussnahme stattfinden soll. Der Erlass, in dem pazifistischen Gruppen untersagt worden war trotz Einladung von LehrerInnen an den Schulen informieren zu können, ist erst kurz nach der Jahrtausendwende aufgehoben worden. Vielen LehrerInnen und SchülerInnen sind konstruktive, gewaltfreie Methoden der Konfliktbearbeitung und Mediation zu wenig bekannt. Erst seit Mitte der 90er Jahren werden Friedensfachkräfte ausgebildet. Dass gewaltfreie Methoden häufig schon wesentlich zur Befriedung internationalen Konflikten beigetragen haben, gilt es bekannter zu machen.

Erfreulich ist, dass die Landeskirche beschlossen hat, eine Stelle im Jahr 2016 für Friedenpädagogik und Friedensbildung beim Pädagogisch-Theologischen-Zentrum in Birkach auszuschreiben. Das religiöse Friedenspotential der Evangelischen Kirche kann so besser zum Tragen kommen.