Gewaltfreie Konfliktbearbeitung

Das Friedenspfarramt der Evangelischen Landeskirche in Württemberg bietet verschiedene Kurse zur gewaltfreien und konstruktive Konfliktbearbeitung an.

 

Grundkurs "Gewaltfreie und konstruktive Konfliktbearbeitung"

Friedenstiften gehört zur Mitte des Auftrags der Kirche. Doch begnadete Friedensstifter gibt es selten. Im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg wurde vom Friedenspfarramt bis 2012 ein berufsbegleitender Grundkurs zur  Qualifizierung in gewaltfreier und konstruktiver Konfliktbearbeitung als Pilotprojekt angeboten für Verantwortliche im Pfarramt, Ehrenamt, Schule und Jugendarbeit. Schon im Jahr 2001, als die Kurse auf den Weg gebracht wurden, war es deutlich, dass "unbegnadete Friedensstifter" oft mehr Schaden anrichten, als dem Frieden dienen zu können. Völlig unstrittig ist es bis heute, dass es beim Versuch Frieden zu stiften, auch professioneller Kenntnisse und Fähigkeiten bedarf.  Die sollten in der Gemeinde ihre Verankerung finden. Es iwar angestrebt, dass in den evangelischen Kirchenbezirken Württembergs sich Qualifiziertenteams bilden für gewaltfreie und konstruktive Konfliktbearbeitung und Mediation. Diese sollen angefragt werden können für Gemeinde und Kommune ebenso wie für Betriebe und Schule.

Die Initiative verstand sich als Teil des auf zehn Jahre angelegten Lernwegs der Kirchen für Frieden und Versöhnung, der Dekade zur Überwindung von Gewalt. Dieser wiederum konkretisiert den "konziliaren Prozess gegenseitiger Verpflichtung auf Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung".

Der Kurs widmete sich folgenden Themen

  • Grundlagenanalysen und Definitionen zu Konflikt, Gewalt, Gewaltfreiheit Eigenes Konfliktverhalten
  • Entscheidungsfindung und Konfliktklärung in Gruppen
  • Gewaltfreie Kommunikation und konstruktives Streiten
  • Vermittlung in Konflikten (Mediation)
  • Verhalten bei Diskriminierung und Gewalt im Alltag , Zivilcourage - Gewaltfreie Nachbarschaftshilfe
  • Gewaltfreie Aktion, Krieg und Frieden, Pädagogische Umsetzungsmöglichkeiten in Schule und Unterricht.

Inhaltlich gestaltet wurde der Ausbildungsgang  von Christoph Besemer, Autor mehrerer Fachbücher zur Mediation und - ebenso wie die Kursleiterin Renate Wanie - mit vielen Jahren Praxiserfahrung in der "Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden". Dazu traten Uli Jäger vom Institut für Friedenspädagogik und Lehrbeauftragter an der Universität Tübingen sowie Dr. Uwe Painke, der u.a. gewaltfreie Konfliktlösung an mehreren Hochschulen lehrt und einen Erfahrungsschatz aus der Kooperation mit Mitarbeitern Martin Luther Kings in den USA mitbringt. Beratend wirkte Prof. Dr. Theodor Ebert, Berlin, mit.

Eines der Bestrebung des Pfarramtes ist es, wenn es schon nicht möglich ist, diese Kurse wieder aufleben zu lassen, wenigstens in einigen Kirchenbezirken Qualifiziertenteams mit Hilfe der Ausgebildeten und anderswo Qualifizierten zu bilden, die exemplarisch von der Basis in Anspruch genommen werden können. Denn viel zu viele Konflikte werden unter den Teppich gekehrt oder undemokratisch und nicht konstruktiv gelöst.

Wie ein Grundkurs im Jahr 2011 aussah, können Sie diesem Flyer entnehmen [PDF | 1,2 MB].